IVF-Geschwätz

Ein Treffen mit der IVF-Geschichte

Heute sind die Initialen IVF bekannt und bedürfen kaum einer Erklärung, auch wenn „In Vitro“ eine lateinische Phrase ist, die „im Glas“ bedeutet.

Ich bin stolz darauf, der erste Mensch auf der Welt zu sein, der durch IVF geboren wurde, aber als ich geboren wurde, wurde ich der Welt als „das Reagenzglasbaby“ vorgestellt. Mein Freund Alastair, der Zweite der Welt, wurde sechs Monate später geboren.

Meine Mutter hasste den Begriff „Reagenzglasbaby“. Viele Leute lasen nur die Schlagzeilen und stellten sich vor, dass dieses Baby in einem Glasgefäß und nicht auf natürlichem Wege im Mutterleib nach der ersten Befruchtung zur Welt gekommen wäre!

Mama sagte immer, es sei ein von der Presse erfundener Begriff, aber es ist ein Satz, mit dem ich mein ganzes Leben lang gelebt habe.

Vor ein paar Wochen besuchte ich Manchester in Großbritannien, nicht weit vom Oldham General Hospital entfernt, wo Patrick Steptoe erfolgreich den ersten IVF-Eingriff durchführte, der zu meiner Geburt führte. Ich war als Gast von CARE Fertility dort, um das Band zur offiziellen Eröffnung ihrer renovierten Klinik im Wert von 5 Millionen Pfund zu durchschneiden.

Als ich draußen in der Abendsonne stand, kam plötzlich ein Zeitungsreporter auf mich zu. Das ist für mich nicht ungewöhnlich, aber dieser Mann schwenkte in Begleitung seiner Frau einen vergilbten Zeitungsausschnitt.

Sein Name war Peter Harris und er war früher Gesundheitskorrespondent der Manchester Evening News, jetzt im Ruhestand.

Es stellte sich heraus, dass er genau der Mann war, der den Begriff „Reagenzglasbaby“ geprägt hatte. Um dies zu beweisen, zeigte er mir einen Bericht, den er 1970 – acht Jahre vor meiner Geburt – verfasst hatte und der die früheste Erwähnung des Begriffs ist, die ich je gesehen habe.

Er sagte, es sei im Gespräch mit Patrick Steptoe entstanden, als dieser nach einer einfachen Möglichkeit suchte, der Öffentlichkeit diese weltverändernde Technik zu beschreiben.

Der Begriff wurde drei Tage später von der Press Association – einer nationalen Nachrichtenagentur – aufgegriffen und wurde danach zu einer gebräuchlichen Phrase.

Es war schön, Peter kennenzulernen, und ich sagte scherzhaft zu ihm: „Ich sollte dir eine Ohrfeige geben“, und wir lachten zusammen. Obwohl meine Familie enormem Druck seitens der Medien ausgesetzt war, spielten sie auch eine entscheidende Rolle dabei, der Welt die Botschaft zu vermitteln, dass es Hoffnung für unfruchtbare Paare gibt.

Peter Martin spielte eine wichtige Rolle dabei, diese Botschaft in die Welt zu tragen, und es war fantastisch, dass sich unsere Wege nach all den Jahren endlich kreuzten.

 

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